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Ferner bildet P. agnata einen kurzen Sporn aus, der mit der Kronröhre einen stumpfen Winkel bildet und zur Spornspitze hin oft keulig verdickt ist. Die Kelchblätter sind innerhalb der Gattung Pinguicula verhältnismäßig groß. Die Kelchblätter sind bei 'Nr.1' und 'Nr.2' an der Kronröhre anliegend, hingegen stehen bei der 'El Lobo'-Form die Kelchblätter von der Kronröhre ab.

Bei den Formen 'Nr.2' und 'El Lobo' sind die Sommerblätter eher verkehrt-eirundlänglich, meistens rötlich überhaucht und als Rosette am Boden anliegend. Die Blüten von P. agnata zeichnen sich durch 5 gleichgroße Blütenblätter aus. Dabei reicht die Blattform der Blütenblätter von keilförmig ('Nr.1', 'Nr.2') bis verkehrteirund ('El Lobo'), wobei sich die Blütenblätter bei letzterer Form leicht überlappen.

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Eine Besonderheit von P. agnata 'Nr.2' und 'El Lobo' ist der Duft der Blüte nach Veilchen(?). Bei der Form 'Nr.2' ist der Duft sehr intensiv und man kann den Veilchenduft schon aus einiger Entfernung riechen. Bei der Form 'El Lobo' dagegen ist der Duft etwas dezenter und nur bei direktem Riechen an der Blüte ist der Geruch wahrzunehmen. Unter Sammlern kursieren auch Pflanzen mit der Bezeichnung 'scented flower' (dt.: duftende Blüte), welche einen ebenso intensiven Duft der Blüte besitzen wie die Form 'Nr. 2', die Blütenfarbe ist aber etwas blasser.
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Die Kultur dieser Art ist relativ einfach. Die Pflanzen gedeihen in kalhaltigem Medium genau so gut wie in saurem Substrat (z.B. Torf-Sandgemisch). Wie bei allen tropisch-heterophyllen Wuchstypen sollten die Pflanzen im Sommer feucht und im Winter bei kühleren Temperaturen (etwa 10-15° C) trocken (einmaliges Gießen pro Monat reicht aus) gehalten werden. Die Pflanzen sind sehr teilfreudig, wobei sich zu Beginn der Bildung der Winterrosetten die Pflanzen teilen. Vermehrung über Blattstecklinge (Winterblätter) ist ebenfalls gut möglich.
Pinguicula agnata Casper (1963)
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Diese interessante Art wurde zum ersten Mal 1963 anhand von Pflanzenmaterial beschrieben, welches aus dem mexikanischen Bundesstaat Hidalgo, Distrikt Zimapan, in einer Höhe von etwa 1500 m stammt. Die Pflanzen wachsen dort auf Kalkfelswänden, wobei die Pflanzen selbst in etwas organischem Material zu finden sind. Die Beschreibung dieser Art wurde anhand von Herbarmaterial (getrocknete Pflanzen) vorgenommen, so daß die Vermutung, die Art würde keine Winterblätter ausbilden, nicht korrekt ist. Vielmehr handelt es sich bei P. agnata um eine tropisch-heterophylle Art, d. h. es werden Sommer- und Winterblätter ausgebildet. Die Winterrosette kann einen Durchmesser von etwa 5 cm erreichen. Die Winterblätter sind sehr stark behaart, wobei die weißen Härchen kein Sekret absondern.

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Bei mir in Kultur befinden sich mehrere Formen dieser Art. Besonders unterscheiden sich hierbei die Form und Färbung der Sommerblätter und insbesondere die Farbgebung der Blütenblätter. Bei P. agnata 'Nr.1' sind die Sommerblätter spatelig, hellgrün gefärbt, bis zu 10 cm lang und stehen meist etwas aufrecht.

Typisch für alle agnata-Formen ist der violette Fleck links und rechts an der Basis der Blütenblätter. Unterschiedlich ist aber die Färbung der Blütenblätter: Diese reicht von ganz weiß ('El Lobo'), über eine blaßviolette Farbe der äußeren Hälfte der Blütenblätter ('Nr.2') bis hin zu einem dunkelviolett gefärbten Blütenblattrand ('Nr.1). Es soll auch blaue Blütenformen geben.