Die Kultur dieser Art über einen längeren Zeitraum ist sehr schwierig. Die Kulturansprüche (hohe Lichtintensität, hohe Luftfeuchtigkeit) sind sehr hoch. Insbesondere eine gute Belüftung scheint wichtig zu sein. Die Zukunft wird zeigen, welche Kulturbedingungen erfolgreich sein werden.
Im Westen Kubas in den auf Meereshöhe liegenden Sumpfgebieten von Las Ovas ist die Heimat von P. filifolia. Die Pflanzen wachsen dort zwischen hohem Gras. Die Pflanzen haben oft keinen Schatten außer durch die sie umgebenden Gräser. Der feuchte Oberboden besteht aus weißem, feinem Quarzsand, im Unterboden hingegen findet sich mehr organisches Material. Die intensive Sonneneinstrahlung wird durch die Reflektion des Lichtes durch den weißen Sand noch verstärkt. Die Luftfeuchtigkeit ist das ganze Jahr über sehr hoch, die Temperaturen liegen um die 30° C.
Auf den ersten Blick sieht P. filifolia dem nordamerikanischen Sonnentau Drosera filiformis sehr ähnlich (beide haben lange, fadenförmige Blätter mit Drüsenhaaren besetzt), aber nach dem Erscheinen der ersten Blüten sind keine Zweifel mehr möglich, daß es sich um ein Fettkraut handelt. Die Farbe der Blütenkrone variiert von weiß über violett bis hin zu sehr seltenen gelb blühenden Pflanzen. Die Blüte ist isolob, d. h. die Kronblätter sind gleich groß. Der Wuchstyp ist tropisch-homophyll, es gibt also nur eine Blattform. Samen lassen sich nur ernten, wenn man die Blüten bestäubt. Die gebildeten Samen haben eine hohe Keimfähigkeit und keimen nach etwa 10 bis 14 Tagen.