Pinguicula debbertiana Speta & Fuchs (1992)
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Eine sehr interessante Art ist P. debbertiana, benannt nach dem Sammler Paul Debbert, der die Pflanzen im Bundesstaat San Luis Potosi in Mexiko gesammelt hat. Auffällig bei dieser Art ist die sehr schöne Blüte mit ihrer purpurnen, metallisch glänzenden Farbe. Die Korolle ("Blütenkrone") ist in eine Ober- und Unterlippe unterteilt, wobei die beiden Lippen in einem Winkel von etwa 90° zueinander stehen. Sehr auffällig ist der gelbe Gaumen auf dem Mittellappen der Unterlippe. Hierbei handelt es sich um eine Ausstülpung des Blütenblattes, mit der Funktion Insekten anzulocken. Der Gaumen ist mit gelben Härchen besetzt, die den Eindruck vermitteln, es könnte sich um Blütenstaub handeln. Die Pflanzen blühen nur aus der Winterrosette und es können bis zu 5 Blüten gebildet werden. Der Blütenstiele sind fast kahl und nur vereinzelt mit Drüsenhaaren besetzt.

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Neben der bereits beschriebenen Blütenform gibt es auch noch seltener Pflanzen, die weisse Blüten besitzen. Dabei ist nur der Gaumen und die Blütennarbe gelb gefärbt, die Kronblätter sind schneeweiss. Dieser "Gendeffekt", welcher auch bei einigen anderen Pinguicula-Arten bekannt ist, zeigt sich auch bei der Färbung der Sommer- und Winterblätter, welche nur eine hellgrüne Farbe besitzen und keinerlei Rotfärbung aufweissen. Eine Besonderheit dieser Art ist, daß sich nachts die Blüten schließen.

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Die Pflanzen bilden 2 verschiedene Rosetten aus (tropisch-heterophyller Wuchstyp). Die Sommerrosette besteht aus 10 bis 15 karnivoren Blättern, die bei günstigen Lichtverhältnissen ein grün-bronzene Farbe haben. Die Größe der Pflanzen kann bis zu 3,5 cm im Durchmesser sein. Die Winterrosette ist nur unwesentlich kleiner, besteht aber aus bis zu 100 Winterblättern, die keine schleimabsondernden Drüsenhaare besitzen. Die Blätter sind lanzettförmig bis leicht keulig geformt und haben eine hellgrüne, unter direkter Sonneneinstrahlung auch rotbraune Farbe.

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Da diese Art auf Kalkfelsen oder am Fuße von Kalkfelsen vorkommt, hat sich bei der Kultur ein Kalkboden-Torfgemisch bewährt. Eine Torf-Quarzsandmischung als Substrat ist aber auch geeignet. Bei der Kultur ist weiterhin, wie bei allen tropisch-heterophyllen Arten aus Mittelamerika, zu beachten, daß im Sommer feuchte, warme Wachstumsbedingungen vorherrschen, während die Winter eher von kühlem und trockenen Klima geprägt sind.