Die Kultur dieser Art ist relativ einfach. Dabei ist aber zu beachten, daß die Pflanzen zwar gut in einem Torf-Sandgemisch gedeihen, das Substrat sollte aber immer feucht sein. Ständige Staunässe führt in der Regel zum Absterben der Pflanzen, zu lange Trockenheit hat oft eine Braunfärbung der Blätter von der Spitze her zur Folge. Die Pflanzen lassen sich gut das ganze Jahr über in der Sommerrosette kultivieren. Da die Blüte aus der Sommerrosette erfolgt, blühen somit die Pflanzen das ganze Jahr hindurch. Die Ausbildung einer Winterrosette konnte ich bei meinen Pflanzen noch nicht beobachten. Bei guter Kultur entwickeln sich aus den Blattachseln viele neue Pflanzen aus, so daß oft mehrere Vegetationspunkte an einer Pflanze vorhanden sind. Die Tochterpflanzen lassen sich sehr gut nach Ausbildung erster Wurzeln von der Mutterpflanze trennen.
Diese erst vor wenigen Jahren beschriebene Art wurde von den beiden Autoren unter dem Namen P. moctezumae (im Tal des Rio Moctezuma vorkommend) veröffentlicht. Das Vorkommen von Pflanzen dieser Art scheinen auf das Gebiet des Rio Moctezuma-Tales im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo beschränkt zu sein.
Zwar ist P. moctezumae mit P. gypsicola verwandt, doch gibt es ausreichend Gründe die Pflanzen aus dem Moctezuma-Tal als neue Art einzustufen. Große Ähnlichkeiten zwischen den beiden Arten sind bei den Sommerblättern zu erkennen. Diese haben eine länglich-lanzettliche Form und sind bis zu 10 cm lang und an der breitesten Stelle bis zu 1 cm. Im Gegensatz zu P. gypsicola ist der Blattrand sehr viel stärker nach unten gebogen, insbesondere in der Mitte des Blattes. Die Sommerrosette besteht aus bis zu 15 Blättern. Auch die Winterblätter unterscheiden sich deutlich in Form und Aussehen. Einigen Sammlern zufolge soll der Zeitraum der Winterruhe bei P. moctezumae sehr kurz sein, manchmal soll auch überhaupt keine Winterrosette ausgebildet werden.
Bei Betrachtung der Blüten wird der Unterschied zu P. gypsicola sehr deutlich. Die Blüte ist in eine Unter- und Oberlippe unterteilt. Die Blütenfarbe ist rosa. Während die beiden Lappen der Oberlippe eher keilig sind und sich manchmal etwas überlappen, sind die Lappen der Unterlippe eher keulenförmig. Der Durchmesser der Blüte beträgt etwa 3,5 cm. Zum Schlund hin wird die Blütenfarbe weißlich und der Schlund selbst ist hellgrün. Die Kronröhre ist sehr kurz, im Gegensatz dazu ist der Sporn mit seinen 4 cm sehr lang. Die Eigenschaften der Blüte lassen keinen Zweifel, daß P. moctezumae zur Section Orcheosanthus gehört, zu der auch P. moranensis zählt.