Die Blüte ist besteht aus einem zweilippigen hellgrünen Kelch mit etwa 3-4 mm langen, spitz zulaufenden Kelchblättern, die dicht mit kurzgestielten Drüsenhaaren besetzt sind und einer zweilippigen Korolle. Die einzelnen Loben sind in etwa gleich groß (2,5-3 cm lang und 6-7 mm breit), abgestutzt und der Rand der Blütenblätter ist wellig. Nur der Mittellappen ist mit 1 cm etwas breiter. Die Blütenfarbe ist violett, wobei die einzelnen Loben von etwas dunkleren Adern durchzogen sind. Zum Schlund hin sind jeweils 2 weiße, längliche Flecken auf den einzelnen Loben zu erkennen, nur auf dem Mittellappen erstreckt sich zum Schlund hin eine längliche weiße Zunge mit gelb-grünen Fleck. Die Unterseite der Blütenblätter ist hellviolett und ist zum Schlund hin mit kurzen Drüsenhaaren versehen. Die Kronröhre ist mit 4-5 mm recht kurz, der Sporn ist bräunlich-violett gefärbt und etwa 2,5-3 cm lang und mit Drüsenhaaren besetzt. Die Narbe hat eine dunkelviolette Farbe und die beiden unter der Narbe liegenden Filamente sind weißlich und leicht gekrümmt.
Inwieweit diese Art wirklich als eigene Art anzusehen ist, müßte erst eine eingehende Revision der Fettkrautarten in der Sektion Orcheosanthus ergeben. Die Ähnlichkeiten mit Pflanzen von P. moranensis sind einfach zu groß. Die Autoren der Erstbeschreibung behaupten, daß diese Art ausschließlich grün gefärbte Blätter besitzt und dieses Merkmal bei keiner Sippe von P. moranensis zutreffen würde. Eigene Beobachtungen widersprechen dieser Behauptung, da erstens die Sommerblätter von P. rectifolia bei Sonneneinstrahlung ebenfalls eine leicht rötliche Farbe besitzen und es zweitens durchaus Sippen von P. moranensis gibt, die eine ausschließliche Grünfärbung der Blätter besitzen. Das Merkmal des aufrechten Wuchses der Blätter ist ebenfalls nicht immer sehr ausgeprägt (zumindest in Kultur) und dies reicht meiner Meinung nach keinesfalls aus, um der Sippe einen Artrang zuzugestehen. Die Behauptung, P. moranensis-Sippen würden ausschließlich flach an den Boden anliegende Winterrosetten bilden, ist falsch, denn es gibt sogar P. moranensis-Sippen, welche fast zwiebelförmiges Aussehen der Winterrosetten besitzen.
Pflanzen, die bei Sammlern unter der Bezeichnung P. spec. 'Huahuapan' kultiviert werden, zeigen beim Blütenbau keinerlei Unterschiede zu P. rectifolia, die Blüte ist aber dunkler blauviolett gefärbt. Aufrechte Blattstellung konnte aber nicht beobachtet werden.
Nach der aufrechten Blattstellung der Sommerblätter ist diese im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, Distrikt Juxtlahuaca in der Sierra Madre del Sur gefundene Art benannt worden (lat.: rectifolia = aufrechte Blätter). Taxonomisch gehört die Art aufgrund der Blütenmerkmale in die Sektion Orcheosanthus.
Die Sommerrossette besteht aus bis zu 15 breitlanzettlichen Blättern, bis zu 6 cm lang, im oberen Drittel ist der Rand leicht nach oben gebogen. Die Blätter sind hellgrün, bei Sonneneinstrahlung auch leicht rötlich überhaucht. Die Winterrosette besteht aus 30 bis 40 lanzettförmigen nicht-karnivoren Blättern, hellgrün gefärbt und leicht spitz zulaufend.