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P. crystallina ssp. hirtiflora zeichnet sich durch rosa bis blaßbläulich gefärbte Blüten aus, die bis zu 2 cm im Durchmesser groß werden können. Die Kronlappen der Unterlippe sind meistens ausgerandet. Die Kelchblätter der Blüten sind hellgrün und ausgeprägt spatelig, was laut J. Casper ein einmaliges Merkmal innerhalb der eurasischen Arten ist. Die Kronröhre (Tubus) besitzt eine leicht konische Form und ist gelb-grünlich gefärbt. Ebenfalls typisch für diese Art sind die elliptisch-länglichen bis eilänglichen Blätter, die an der Blattspitze ausgerandet sind. Auffällig ist ebenfalls der gelbe Gaumen auf dem Mittellappen an der Basis des Eingangs der Kronröhre, welcher aus mehreren Reihen gelber Haare besteht.
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P. crystallina ssp. crystallina hat etwas kleinere Blüten (dieses Merkmal ist nicht an den Standort gebunden, da in Kultur bei gleichen Kulturbedingungen diese Unterschiede auch auftraten). Die Blütenfarbe kann weißlich, zart rosa oder bläulich überhaucht sein. Im Gegensatz zur italobalkanischen Unterart sind die Sippen von ssp. crystallina im Wuchs kleiner, die Blütenkrone ist deutlicher in Ober- und Unterlippe unterteilt und die Kronblätter der Unterlippe sind nicht ausgerandet. Ein weiterer Unterschied besteht in der bräunlichen Färbung der Oberseite der Kronröhre sowie in den wesentlich dickeren bräunlichen Streifen im Innern der Kronröhre.
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P. crystallina bildet im Winter keine Winterknospe (Hibernaculum) aus. Es gibt dementsprechend nur eine Blattform. Die Standorte, an denen Pflanzen dieser Art gefunden wurden, sind sehr unterschiedlich. Hauptsächlich besiedelt die Art schattige Felswände im montanen bis subalpinen Bereich. Meistens sind es Kalksteinfelsen, aber auch auf Serpentin kommen Sippen vor. Weiterhin sind Pflanzen auf moosigen Standorten nahe von Quellen gefunden worden sowie in feuchtem Schotter. Ein sehr extremer Standort sind die Vorkommen von P. crystallina ssp. hirtiflora nahe Salerno (Italien), wo die Pflanzen auf feuchtem Kalktuff in Grotten wachsen, die manchmal von Meerwasser übersprüht werden.

Die Kultur dieser Art ist nicht ganz einfach. Bewährt hat sich bei mir die Kultur in Minigewächs-häusern, so daß immer eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist. Als Substrat benutze ich ein Gemisch aus Muschelkalkboden und feinem Quarzsand. Dies verhindert das Auftreten von zuviel Schimmelpilzen auf der Substratoberfläche. Die Mini-Gewächshäuser sind tagsüber von unter beheizt, so daß im Winter die Temperaturen am Tag bei 24° C liegen und nachts auf 12°C absinken, da ich die Pflanzen in einem Zimmer halte, welches im Winter nicht geheizt wird.

Die Kultur dieser Art ist auch im Freien möglich, obwohl die Pflanzen kein Hibernalulum bilden (P. crystallina ssp. hirtiflora kommt in Höhen bis zu 1600 m vor). Selbst Temperaturen von -15° C überstanden manche Pflanzen in Kultur. Oft trieben die Pflanzen an der Blattbasis wieder aus. Es ist aber ratsam die Pflanzen im Winter vor zu starken Frösten zu schützen.

Pinguicula crystallina

Bis 1991 galten P. crystallina und P. hirtiflora als eigenständige Arten, bevor A. Strid P. hirtiflora als Unterart von P. crystallina einordnete. Die Unterschiede zwischen den beiden Sippen sind zu wenig voneinander unterscheidbar, als daß dies ausreichend für 2 unterschiedliche Arten wäre.

P. crystallina ssp. crystallina galt bis 1966 als im Troodosgebirge auf Zypern endemische Art, bevor J. Casper auch Pflanzen auf dem türkischen Festland (Anatolien) dieser Sippe zuschrieb. P. crystallina ssp. hirtiflora ist sehr viel weiter verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von einigen wenigen Standorten in Italien (nahe Salerno und in den Abruzzen) über Albanien, Bosnien-Herzegowina bis nach Griechenland.

Pinguicula crystallina ssp. crystallina Sibthorp (1806)

Pinguicula crystallina ssp. hirtiflora (Tenore) Strid (1991)