Die Blüte bildet sich aus der Winterrosette. In Kultur konnte ich nur die Ausbildung von einer einzigen Blüte pro Vegetationsperiode beobachten. Der Blütenstiel ist bis zu 6 cm lang, braun-rötlich gefärbt und sehr dicht mit 1 mm langen weißen Härchen besetzt. Die Blüte besteht aus Ober- und Unterlippe. Die beiden Blätter der Oberlippe sind etwa 6 mm lang und weiß mit einem leicht bläulich oder lila gefärbtem Rand. Die Unterlippe besteht aus 3 weiß gefärbten Blättern, wobei der Mittellappen etwa 9 mm lang und die beiten Seitenlappen 6 mm lang sind. Der etwa 5 mm lange Sporn ist hellgrün und abgestumpft und erinnert an P. agnata. Die Kronröhre ist weiß gefärbt mit einem länglichen hellgrünen Fleck an der Basis, der auch von aussen gefärbt ist. Der Blütenkelch ist auch zweilippig und ist hellgrün gefärbt. Die Kelchblätter sind nur etwa 1 mm lang und laufen spitz zu.
Die Kultur dieser neuen Art ist nicht ganz einfach. Von allen mexikanischen Pinguicula-Arten, die ich kultiviere, bildet diese Art als erstes (bereits im August) eine Winterrosette aus. Hält man dann das Substrat weiterhin feucht, dann treibt die Pflanze im Winter wieder Sommerblätter aus, was dann bei kühlen Temperaturen eher ungünstig ist, da die Pflanzen unter feucht-kühlen Bedingungen oft anfangen zu faulen. Deshalb muss man schon früh das Substrat trockener halten. Beim Substrat ist ein durchlässiges Substrat von Vorteil, damit sich keine Schimmelpilze bilden.
1993 wurde in der Nähe des Santiago Nuyoo Passes im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca eine Pflanze von Alfred Lau gesammelt und an verschiedene Pflanzenliebhaber in Europa unter der Bezeichnung "spec. Santiago Nuyoo Pass" geschickt. In der Beschreibung von P. mirandae von 1998 weisen die Autoren darauf hin, dass eine Pflanze namens Pinguicula 'Santiago Nuyoo' identisch mit der beschriebenen Art P. mirandae sei.
Bei der Kultur dieser Pflanze stellte sich aber heraus, dass es sich hier nicht um P. mirandae, sondern um eine neue, noch unbeschriebene Fettkrautart handelte.
In 2003 wurde die Pflanze letztlich von dem Mexikaner S. Zamudio und dem Österreicher J. van Marm als neue Art unter der Bezeichnung P. conzattii offiziell beschrieben. Diese neue Art wurde nach dem Botaniker Don Cassiano Conzatti benannt, der sich mehr als 50 Jahre mit der Flora von Oaxaca beschäftigt hatte.
Die Sommerrosette besteht aus bis zu 10 Sommerblätter, die bis zu 4 cm lang und 2 cm breit werden können. Der Blattrand ist nach oben gebogen und leicht rötlich gefärbt. Sehr auffällig sind die vielen weißen Härchen, die sich auf der Oberseite der Blätter im unteren Drittel des Blattes befinden. Die Sommerblätter sind dunkelgrün gefärbt und die Farbe der Mittelrippe ist hellgrün bis gelblich. Bei Bildung der Winterrosette werden die Sommerblätter immer kleiner, bis nur noch Winterblätter gebildet werden.
Die Winterrosette besteht aus einer Vielzahl von nicht karnivoren hellgrünen, an der Basis leicht violett gefärbten Blättern (40-80), die bis zu 1 cm lang und an der breitesten Stelle 3 mm breit sind, wobei die Blattspitze abgerundet bis leicht spitz zulaufend ist. Eine Besonderheit der Winterblätter ist die Struktur der Oberfläche. Auf den ersten Blick erinnert die Oberfläche an Facettenaugen von Insekten, wobei die Oberfläche einen leicht glänzenden Eindruck macht. Unter einer Lupe betrachtet sieht man aber, dass es sich um die Struktur einzelner Zellen handelt, die leicht durchscheinend wirken. Im oberen Drittel befinden sich auf der Blattoberseite vereinzelt weiße Härchen.