Pinguicula vallisneriifolia Webb (1853)

Auf der iberischen Halbinsel sind relativ viele verschiedene Fettkrautarten heimisch. Zu den nur in Spanien vorkommenden Arten zählt Pinguicula vallisneriifolia. Diese Art kommt in den südspanischen Gebirgszügen der Sierra de Cazorla und Sierra de Segura (Provinz Jaén) und isoliert in der Sierra de Cázulas (Sierra Nevada) in der Provinz Granada vor.

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P. vallisneriifolia wächst in einer Höhe zwischen 600 und 1700 m NN auf senkrechten Kalkfelsen. Die Felsen sind ständig von aus dem Felsen tretendem Wasser überrieselt. Die Pflanzen selbst finden ihren Halt ausschließlich in einer auf dem Felsen wachsenden Schicht aus Algen und feinem Kalksand. Dabei werden die Wurzeln durch frisches, sauerstoffreiches Wasser unter der Algenschicht ständig umspült. Die meisten Standorte liegen an schattigen Stellen, wo die Pflanzen nur selten in direktem Sonnenlicht stehen.
Die Art gehört zu dem temperiert-heterophyllen Wuchstyp. Im Frühjahr werden zuerst Blätter gebildet, deren länglich ovale Form an P. grandiflora erinnert. Danach bilden die Pflanzen die typischen, bis zu 30 cm langen bandförmigen Sommerblätter aus. Hierbei sind nicht nur schleimabsondernde Drüsenhaare auf der Blattoberseite, sondern auch auf der Blattunterseite vorhanden. Im Gegensatz zu den meisten temperierten Arten sind die Blattränder der Sommerblätter nach unten gewölbt.
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Im Spätherbst bilden die Pflanzen eine Winterknospe (lat.: hibernaculum) aus, die den Pflanzen ein Überleben während der kalten Wintermonate sichert. Die Vermehrung von P. vallisneriifolia kann auf 2 Wegen erfolgen. Vegetativ vermehren sich die Pflanzen, in dem an der Basis der Winterknospen kleine Tochterknospen gebildet werden. Typisch für P. vallisneriifolia ist dabei, dass sich diese Tochterknospen im Frühjahr mittels Stolonen von der Mutterpflanze entfernen können und an einer anderen Stelle bewurzeln und ansiedeln. Generativ vermehrt sich P. vallisneriifolia über Samen.
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Die Blütenfarbe von P. vallisneriifolia ist sehr variabel. In der Sierra de Cazorla sind die Kronblätter außen violett und innen weiß gefärbt, die Unterlippe zum Kronröhreneingang hin ist gelb mit für die Art typisch violetten Adern. Die Blüten der in der Sierra Segura beheimateten Sippen sind hingegen fast weiß, der Schlundeingang ist schwach gelb mit blaßvioletten Adern gefärbt und die Kronblätter der Oberlippe sind kleiner als die der Sippen in der Sierra de Cazorla. Die Größe der Blüten variiert zwischen 2,5 und 3,5 cm im Durchmesser.

Einzelheiten zur Kultur dieser Art finden sich unter der Rubrik Kulturtips.