Die Sommerrosette besteht in der Regel aus 5 bis 7 Blättern, die je nach Wachstumsbedingungen 3 bis 11 cm lang werden können.
Für die Kultur empfiehlt sich ein Substrat, welches nicht kalkhaltig ist und eher einen hohen Anteil an organischer Substanz aufweist. In Kultur haben sich Sommertemperaturen von bis zu 30°C nicht als nachteilig erwiesen. Man sollte diese Art auch im Winter feucht halten, insbesondere dann, wenn die Pflanzen blühen. Von manchen Züchtern wird eine niedrig dosierte Stickstoffdüngung als Blattdüngung empfohlen. Allerdings hat sich dies bei meinen Pflanzen noch nicht als notwendig herausgestellt.
Bereits 1982 wurden im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo in der Sierra de Pachuca im Nationalpark El Chico (etwa 24 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Pachuca gelegen) Fettkrautsippen gefunden, die aber zuerst fälschlicherweise als P. macrophylla bestimmt wurden. 1988 beschrieb der mexikanische Biologe Sergio Zamudio die Sippen als eigenständige neue Art und nannte sie P. crassifolia. Der Name "crassifolia" (dt.: dickblättrig) bezieht sich auf die dickfleischigen Winterblätter.
Die Winterrosette besteht aus bis zu 60 dickfleischigen, spitz zulaufenden nicht karnivoren Blättern. In Kultur kann die Winterrosette einen Durchmesser von bis zu 3,5 cm erreichen. Die Blüten erscheinen aus der Winterrosette. Der Blütenstiel ist auffällig mit langen weißen Härchen besetzt. Die Blütenkrone ist in Ober- und Unterlippe unterteilt und von purpurner bis purpurroter Farbe. Auf dem Mittellappen der Unterlippe befindet sich am Schlundeingang ein gelblich-ockerfarbener Fleck. Die Kronröhe ist länglich-trichterförmig, leicht bauchig und geht übergangslos in den Sporn über (ersteres Merkmal weicht ab von den typischen Merkmalen der Sektion Orcheosanthus, in die diese Art eingeordnet wurde). In Kultur erstreckte sich die Blütezeit von Dezember bis Februar (bis April am Naturstandort). Auch dies unterscheidet die Art deutlich von P. macrophylla, die aus der Sommerrosette von Juni bis September blüht.