Aus der Winterrosette bildet die Pflanze ihre Blüten. Blütenfarbe und Blütenform ist bei dieser Art sehr variabel. Die Kronblätter können purpurfarben bis rosa sein. Es ist auch eine ganz weiße Form bekannt. Leider ist die Beschreibung von P. ehlersiae anscheinend nur anhand einer einzigen Sippe gemacht worden. Daher weichen die Blütenmerkmale auch teilweise von der Originalbeschreibung ab. Insbesondere gibt es eine Variation der Überlappung der Kronblätter sowie beim Winkel der Oberlippe zur Unterlippe. Insbesondere die Sippe aus Santa Gertrudis bildet einen Winkel von etwa 150° zwischen Ober- und Unterlippe. In der Regel befindet sich auf der Unterlippe zum Schlund hin ein weißer langezogener Fleck in unterschiedlicher Ausprägung. Ich kultiviere aber auch eine Form von P. ehlersiae, welche einen rosa Kronblätter mit einem gelblichen Fleck aufweist.
Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu P. jaumavensis besteht darin, daß sich bei P. ehlersiae auf dem Mittellappen der Unterlippe zum Kronröhreneingang hin so gut wie keine Härchen befinden, während bei P. jaumavensis die Unterlippe zum Schlund hin stärkere Behaarung aufweist.
Die Kultur dieser Art ist relativ einfach. Im Winter sollten die Pflanzen recht trocken und kühl stehen, dies fördert die Blühwilligkeit der Pflanzen. Im Sommer kann P. ehlersiae im Anstauverfahren kultiviert werden.
Die von Renate Ehlers 1979 bei Guadalcazar im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí gesammelten Pflanzen wurden 1982 von Speta & Fuchs aus dem botanischen Garten Linz als neue Art beschrieben und zu Ehren der Sammlerin als Pinguicula ehlersiae benannt.
Leider wurden in der Beschreibung zu der Art keinerlei Angaben über das Habitat der Pflanzen gemacht. Glücklicherweise wurden Standorte von P. ehlersiae von einigen Karnivorenliebhabern besucht und so existieren Angaben zu Vegetation und Bodenverhältnissen, wo P. ehlersiae gefunden wurde.
Die Pflanzen wachsen in der Regel in erodierten Gipsböden an nördlich gelegenen Hängen (1200-1650 m). Durch das weiche Gipssubstrat herrscht immer relativ hohe Luftfeuchtigkeit um die Pflanzen, da der Gips nachts die Feuchtigkeit der Luft absorbiert und tagsüber das feuchte Substrat die Feuchtigkeit wieder abgibt.
Die Winterrosette kann aus bis zu 50 spatelförmigen, nicht karnivoren Blättern bestehen, die auch keinen nach oben gebogenen Rand besitzen. Die Winterrosetten sind in ihrer Form leicht mit P. jaumavensis und P. esseriana zu verwechseln.