In Cañiguerals Beschreibung sind mehrere Standorte in dem Gebirge angegeben (zwischen 300 und 600 m ü. NN). Ein Standort befindet sich in der Caramella-Schlucht nordöstlich des Monte Caro, der höchsten Erhebung der Ports de Tortosa. Erste Pflanzen wuchsen bereits auf 329 m ü. NN zwischen Gräsern in einer dünnen Schicht von verwittertem Kalksand, der meist von Algen überzogen war. Der Boden wird ständig durch von den nahen Kalkfelsen herabrieselndes Wasser umspült. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs Ende April standen die Pflanzen in voller Blüte, allerding muss die Blüte bereits einige Zeit früher begonnen haben, denn es waren schon einige unreife Samenkapseln vorhanden (bei einem früheren Besuch Ende Mai waren keine blühenden Pflanzen mehr vorhanden). Auch etwa 100 m höher vor dem Wasserfall des Barranc de la Caramella befanden sich größere Kolonien von P. dertosensis. Es wuchsen Pflanzen selbst direkt im Wasser. Sicher hat der Bach im Sommer weniger Wasser, so dass die Pflanzen etwas trockener stehen.
Im Osten der spanischen Stadt Tortosa, im südlichen Teil der Provinz Katalonien gelegen, schließt sich an das Ebro-Tal ein bis zu 1442 m hohes Kalkstein-Gebirge an, welches im Katalanischen 'El Port' oder 'Ports de Tortosa' bezeichnet wird. Schon 1957 beschrieb Cañigueral Pflanzen aus diesem Gebirge, die er für eine abweichende Form von P. grandiflora hielt und bezeichnete sie als P. grandiflora var. dertosensis. Wer mit der Systematik der mitteleuropäischen Fettkräuter vertraut ist, wird bei Betrachtung der Sippe aus den Ports de Tortosa schnell merken, dass es sich hier nicht um P. grandiflora handelt. Mateo und Crespo ordneten 1995 in ihrer Betrachtung der Sippe diese als eigenständige Art unter der Bezeichnung P. dertosensis ein. Schlauer hingegen sieht die Sippe aus den Ports de Tortosa nur als Unterart von P. longifolia, was allerdings, neben morphologischen Unterschieden, aufgrund der unterschiedlichen Chromosomenzahl eher zweifelhaft ist.