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In Cañiguerals Beschreibung sind mehrere Standorte in dem Gebirge angegeben (zwischen 300 und 600 m ü. NN). Ein Standort befindet sich in der Caramella-Schlucht nordöstlich des Monte Caro, der höchsten Erhebung der Ports de Tortosa. Erste Pflanzen wuchsen bereits auf 329 m ü. NN zwischen Gräsern in einer dünnen Schicht von verwittertem Kalksand, der meist von Algen überzogen war. Der Boden wird ständig durch von den nahen Kalkfelsen herabrieselndes Wasser umspült. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs Ende April standen die Pflanzen in voller Blüte, allerding muss die Blüte bereits einige Zeit früher begonnen haben, denn es waren schon einige unreife Samenkapseln vorhanden (bei einem früheren Besuch Ende Mai waren keine blühenden Pflanzen mehr vorhanden). Auch etwa 100 m höher vor dem Wasserfall des Barranc de la Caramella befanden sich größere Kolonien von P. dertosensis. Es wuchsen Pflanzen selbst direkt im Wasser. Sicher hat der Bach im Sommer weniger Wasser, so dass die Pflanzen etwas trockener stehen.

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Da P. dertosensis auf so geringer Meereshöhe vorkommt, ist es kaum verwunderlich, dass die Blüte so früh beginnt. Die auf den südlich ausgerichteten Hängen und Felsen vorkommenden Kolonien stehen am Vormittag in der direkten Sonne und so wird es trotz des kühlenden Gebirgswassers bereits im Frühjahr in der Caramella-Schlucht über 20° C warm. P. dertosensis besitzt 2 Typen von Sommerblättern (heterophyller Wuchstyp). Die ersten Blätter nach dem Austreiben im Frühjahr sind eher kurz und spitz zulaufend, während die zweiten Sommerblätter länglich und an der Blattspitze rund sind, wobei der Blattrand meist leicht nach oben gebogen ist. In Form und Größe ähneln die Blätter eher P. longifolia ssp. caussensis. Die Sommerblätter sind in der Regel hellgrün gefärbt und an schattigen Standorten bis zu 10 cm lang. Es gibt aber auch Pflanzen mit rötlich-brauner Blattfärbung.
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Die Blüte ist in Oberlippe und Unterlippe unterteilt. Die beiden Lappen der Oberlippe haben eine keilförmige Form mit rundem Ende, die Lappen der Unterlippe sind länglich-keilförmig mit rundem Ende. Die Lappen der Unterlippe sind mindestens doppelt so lang wie die Lappen der Oberlippe. Die Blütenfarbe ist blaß-violett bis purpurfarben, wobei auf den meisten Blüten die Lappen zum Schlund hin weiß gefärbt sind. Der Eingang zur Kronröhre ist dicht mit weißen Härchen besetzt. Der Sporn hat eine Länge von bis zu 1,2 cm und ist fast gerade, das Spornende ist manchmal zweigeteilt.
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Die 1996 von Zamora et al. beschriebene P. submediterranea ist nichts anderes als P. dertosensis. Ob diese Art wirklich, wie von Zamora behauptet, bis in die Sierra de Cazorla verbreitet ist (dem eigentlichen Standort von P. vallisneriifolia) ist doch eher zweifelhaft. Auch die Verwandschaft zu den Sippen in der Serrania de Cuenca (Hoz de Beteta und Hoz de Priego) ist noch zu klären.
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Pinguicula dertosensis (Cañigueral) Mateo & Crespo (1995)

Im Osten der spanischen Stadt Tortosa, im südlichen Teil der Provinz Katalonien gelegen, schließt sich an das Ebro-Tal ein bis zu 1442 m hohes Kalkstein-Gebirge an, welches im Katalanischen 'El Port' oder 'Ports de Tortosa' bezeichnet wird. Schon 1957 beschrieb Cañigueral Pflanzen aus diesem Gebirge, die er für eine abweichende Form von P. grandiflora hielt und bezeichnete sie als P. grandiflora var. dertosensis. Wer mit der Systematik der mitteleuropäischen Fettkräuter vertraut ist, wird bei Betrachtung der Sippe aus den Ports de Tortosa schnell merken, dass es sich hier nicht um P. grandiflora handelt. Mateo und Crespo ordneten 1995 in ihrer Betrachtung der Sippe diese als eigenständige Art unter der Bezeichnung P. dertosensis ein. Schlauer hingegen sieht die Sippe aus den Ports de Tortosa nur als Unterart von P. longifolia, was allerdings, neben morphologischen Unterschieden, aufgrund der unterschiedlichen Chromosomenzahl eher zweifelhaft ist.