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P. mundi wächst an feuchten Stellen auf vertikalen Kalkfelswänden, entweder in Moos oder in Kalksand, welcher sich in kleinen Löchern, in Spalten oder unter Algen angesammelt hat. Die Art gehört zum temperierten Wuchstyp (bildet im Herbst Winterknospen aus). Die Pflanzen bilden zwei Blattformen aus. Anfang April treiben aus der Winterknospe erste Frühjahrsblätter, die zum Teil halb aufrecht wachsend eine eher elliptisch-verkehrt eiförmigen Form besitzen und der Rand der Blätter nach oben gebogen ist. Aus der Sommerrosette entwickeln sich ab Anfang Mai die ersten Blüten. Die Blüte endet Anfang Juli, vereinzelt sind aber noch Blüten Mitte Juli zu finden. Die Sommerblätter sind länglich (bis zu 10 cm lang), der Blattrand meistens gewellt und kaum nach oben gebogen. Die Autoren berichten, daß P. mundi auch Stolonen ausbildet, was ich bisher aber noch nie beobachten konnte.
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Der Blütenkelch ist ähnlich dem von P. vallisneriifolia, die Blüte ist zweilippig und kann bis zu 2,5 cm im Durchmesser erreichen. Außen sind die Kronblätter violett bis blaß-violett gefärbt, zum Schlund hin haben sie dagegen eine weiße Farbe. Zum Schlund hin sind an den meisten Blüten violette Adern zu erkennen. Der Mittellappen der Unterlippe ist sehr stark mit weißen Härchen besetzt und der Schlundeingang ist cremefarben. Der Sporn ist mit bis zu 1,3 cm recht lang. Die Kronröhre ist kurz und ist weit und trichterförmig. Auf der Außenseite der Kronröhre sind kaum Drüsenhaare zu finden.
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Die Chromosomenzahl wird mit 2n = 48 angegeben. Dies weicht doch sehr stark von den anderen spanischen Fettkräutern ab (bis auf P. dertosensis, welche ebenfalls 2n = 48 Chromosomen hat). Daher ist die Annahme, daß die Art hybridogenen Ursprungs sein kann, eventuell aus einer Kreuzung zwischen einer Art mit 2n = 32 (z. B. P. vallisneriifolia) und einer Art mit 2n = 16 (welche aber in Spanien aktuell nicht mehr existiert) und der anschließenden Verdopplung der Chromosomenzahl. Mittlerweile soll es noch einen zweiten Standort dieser Art geben, der sich in der Serrania de Cuenca befinden soll.
Pinguicula mundi Blanca, Jamilena, Ruíz-Rejón et Zamora (1986)

Kaum zu glauben, daß bis in die 80er Jahre die Fettkraut-Sippe, welche in der Schlucht des Rio Mundo in der Sierra de Alcaraz (Provinz Albacete) vorkommt, als P. vallisneriifolia gehalten wurde, denn die morphologischen Unterschiede sind doch gravierend. Erst 1986 wurde die Sippe von Blanca und Kollegen als neue Art beschrieben und nach dem Fundort, dem Rio Mundo, als P. mundi benannt.