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Im südlichen Teil Südamerikas sind nur 2 Fettkrautarten heimisch. Während P. antarctica in einem Bereich von der Südspitze Feuerlands bis zum 42. Breitengrad südl. Breite vorkommt, erstreckt sich das Verbreitungsgebiet von P. chilensis von der Valdivianischen Küstenkordilliere sowie weiter östlich in den Anden im Nahuel Huapi Nationalpark im Grenzgebiet von Chile und Argentinien bis nördlich zur Laguna del Maule (36° südl. Breite). Aufgrund des trockeneren Klimas wurden weiter nördlich keine Pflanzen von P. chilensis mehr gefunden. Die Art wächst in Höhen zwischen 1000 und 2300 m vorwiegend in torfigem Milieu, zusammen mit Moosen (z.B. Sphagnum magellanicum). Hierbei wachsen die Pflanzen teilweise in Feuchtwiesen der subandinen Hochregionen (span.: mallin) am Rande von Lagunen und Seen, die aus dem Schmelzwasser der zahlreichen Vulkane und Gletscher gespeist werden, oder an wenigen Standorten in feuchten, moorigen Gebieten der chilenischen Küstenkordilliere.
Eine besondere Eigenart der südamerikanischen Fettkrautarten besteht darin, daß im Gegensatz zu den nordamerikanischen und eurasischen temperierten Arten die Pflanzen keine Winterknospe (Hibernaculum) ausbilden. P. chilensis überlebt demnach die Wintermonate in der "Sommerrosette". Während an den Standorten der Küstenkordilliere Schnee und Frost nur von Juli bis August vorkommen können, so sind die Sippen in den meist höher gelegenen subandinen Standorten oft mehrere Monate Schnee und strengen Nachtfrösten ausgesetzt. Welche Minimaltemperaturen die Pflanzen in der Lage sind zu überleben, ist nicht bekannt.
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Die Rosetten bestehen aus 6 bis 8 verkehrt-eirunden Blättern, meist spitz zulaufend. Der Blattrand ist nach oben gebogen, im unteren Drittel des Blattes verjüngt sich das Blatt fast stielartig. Bei adulten Pflanzen können die Blätter bis zu 2,5 cm lang werden und circa 1 cm breit sein (Im Januar erreichten einige Pflanzen in der Küstenkordilliere an schattigen Stellen sogar Durchmesser von bis zu 8 cm). Die Blattrosetten sind im Winter und Frühjahr kleiner als im Sommer. Auf der Blattoberseite sind meistens Mittel- und Seitenadern deutlich zu sehen. P. chilensis blüht in der Küstenkordilliere bereits Ende Dezember, während in höheren subandinen Lagen die Blüte erst im Januar beginnt. Die Blütezeit erstreckt sich bis in den März hinein. Normalerweise bilden die Pflanzen 3 bis 4 Blüten aus. Der Blütenstiel kann bis zu 5 cm lang sein. In der Literatur ist zu lesen, dass der Blütenstiel fast kahl sei, allerdings konnte ich eher dichtere Drüsenbehaarung beobachten. Die Blüte selbst hat eine Größe von 0,8 bis 1,3 cm (inklusive Sporn). Die Blütenkorolle ist zweilippig und weiß und hell-violett gefärbt mit schwach violetten Adern an der Blütenblattbasis. Während die verkehrt-eirunden Lappen der Oberlippe etwa 3 mm lang werden, sind die Lappen der Unterlippe mit bis zu 3,75 mm etwas länger. Typisch für die Blüte ist der Gaumen (gelb behaart) auf dem Mittellappen der Unterlippe. Die Kronröhre ist weiß bis cremefarben und weist eine leichte hellviolette parallel verlaufende Aderung auf, in der Anordnung der Adern ähnlich wie bei P. antarctica. Der Sporn ist 2 bis 3 mm lang, konisch zulaufend und meistens etwas schräg von der Kronröhre abgehend.
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Eindrücke aus dem Nationalpark Nahuelbuta:
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Ein weiterer Standort von P. chilensis ist der Nationalpark Conguillío. In einer Höhe von 1700 bis 2000 m ü.d.M. wachsen die Pflanzen im Gebirgszug Sierra Nevada in Feuchtwiesen oberhalb der Baumgrenze.

Im Folgenden ein paar Eindrücke der Landschaft und der Flora des Nationalparks:

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Der nördlichste bisher bekannte Standort von P. chilensis ist das Gebiet um die Laguna del Maule etwa 150 km östlich der Provinzhauptstadt Talca. Dort wachsen die Pflanzen auf circa 2300 m ü.d.M. an feuchten Stellen neben kleinen Bächen. Im Folgenden ein paar Ansichten der Landschaft:
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Pinguicula chilensis Clos (1849)