Die Pflanzen wachsen auf nördlich ausgerichteten vertikalen Ton/Silikat-Sedimentgesteinsfelsen (span.: lutita) im Übergang von montanem Nebelwald und tropischem Wald. Entweder wachsen die Pflanzen direkt auf dem Felsen oder in einer dünnen Humusschicht zusammen mit Moosen. Bisher wurden Sippen dieser Art in einem sehr begrenzten Areal in einer Höhe von 900 bis 1200 m ü.d.M. gefunden. Oft bildet sich gegen Nachmittag dichter Nebel, der sich meist erst wieder am späten Vormittag des darauffolgenden Tages auflöst. Daher ist die Luftfeuchtigkeit auch im Winter relativ hoch und das Substrat ist meistens feucht.
Auf den ersten Blick ähnelt die Blüte stark der von P. agnata. Allerdings unterscheidet sich die Art deutlich von P. agnata durch die Form und größe der Sommerblätter mit einem nach oben gebogenen Blattrand. P. ibarrae ist vielmehr sehr nahe mit P. pilosa verwandt.
Die Sommerblätter haben eine verkehrt-eirunde bis spatelige Form und sind in der Regel bis zu 10 cm lang, die Sommerblätter von Pflanzen an sehr schattigen Stellen können aber bis 13 cm lang sein. Meistens sind die Blätter hellgrün gefärbt, es kommen vereinzelt aber auch Pflanzen mit rötlichen Blättern vor. Zwar kann P. ibarrae auch eine Winterrosette ausbilden, dies geschieht aber nur unter sehr trockenen Bedingungen, die am Standort aber meistens nicht vorherrschen. Die Hauptblütezeit erstreckt sich von November bis März, es kommen aber auch im Mai noch vereinzelt blühende Pflanzen am Standort vor. Die Blütenkorolle ist subisolob (die oberen beiden Lappen unterscheiden sich nur unwesentlich in Form und Größe von den 3 unteren Lappen). Die Blütenfarbe ist weiß, wobei der äußere Rand violett gefärbt sein kann. An der Basis der Kronblätter können links und rechts blaß bis stark violett gefärbte Flecken auftreten.
Pinguicula ibarrae Zamudio (2005)