Im
Zusammenhang mit dem Bau des hydroelektrischen Staudamms am Moctezuma-Fluß
im Grenzgebiet der beiden mexikanischen Bundesstaaten Hidalgo und Querétaro
wurde eine Studie in den 1990er Jahren in Auftrag gegeben, die den Einfluß
des Dammbaus auf Flora und Fauna der Umgebung aufzeigen sollte. Im Rahmen dieser
Studie wurden Fettkrautsippen gefunden, wovon eine vom mexikanischen Botaniker
Sergio Zamudio unter dem Namen P. elizabethiae als neue Art beschrieben
wurde. Benannt wurde diese Art nach Elizabeth Argüelles, einer mexikanischen
Botanikerin, die sich um die Erkundung der Fauna des Bundesstaates Querétaro
verdient gemacht hat.

Bisher
wurde diese Art im Rio Moctezuma Canyon, dem Arroyo Tolimán Canyon sowie
im Tal des Arroyo Carneros, einem Zulauf des Rio Moctezuma, gefunden. Die Pflanzen
wachsen auf nördlich bis nordöstlich ausgerichteten vertikalen Hängen.
Während die Autoren den Standort als Ton/Silikat-Sedimentgestein (span.:
lutita) beschreiben, kommt die Art im Arroyo Tolimán Canyon eher auf Kalksteinsinter
vor. Meist wachsen die Pflanzen direkt auf dem Felsen oder in sehr wenig erodiertem
Substrat. Die vorherrschende Vegetation ist eine karge Buschvegetation (span.:
mattoral submontana), wobei direkt am Standort P. elizabethiae zusammen
mit Selaginella lepidophylla sowie mit Moosen, Hechtia, Kakteen, Notholeana-
und Cheilanthes-Arten in einer Höhe zwischen 1000 und 1600 m.ü.M.
wächst. Im Tal des Arroyo Tolimán findet man P. elizabethiae
zusammen mit P. agnata,
während im Arroyo Carneros Tal die Art wahrscheinlich alleine vorkommt.



Die
Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober, wobei August und September
die Hauptblütezeit darstellt. Die Blüte ähnelt der von
P.
colimensis und
P.
cyclosecta. Die Blütenkrone ist in Ober- und Unterlippe unterteilt
und kann einen Durchmesser von 2,5 bis 3 cm erreichen. Die Kronblätter der
Unterlippe sind meistens verkehrt eirund geformt, bei manchen Blüten sind
die Kronblätter leicht überlappt. Die kleineren Kronblätter der
Oberlippe sind trichterförmig bis verkehrt eirund geformt. Die Farbe der
Korolle variiert stark, wobei die vorherrschende Blütenfarbe margenta-pink
und violett ist. Der Mittellappen der Unterlippe besitzt meistens eine längliche
weiße Zunge und der Schlund ist in der Regel grünlich-gelb gefärbt.
Auffällig ist ebenfalls der gerade und mit bis zu 3 cm sehr lange Sporn.
Die
Sommerrosette besteht aus bis zu 12 verkehrt-eiförmig bis spatelförmigen
Blättern, die eine Länge von 7 cm und eine Breite von 3,5 cm erreichen
können. Der Blattrand ist im oberen Drittel des Blattes leicht nach oben
gekrümmt.
P. elizabethiae bildet eine kompakte Winterrosette, die
aus bis zu 120 spatelförmigen Blättern bestehen kann. Typisch für
die Art ist die starke seitliche Behaarung der Winterblätter. Die weißen
Härchen können bis über 1 cm lang sein und bilden dann, ähnlich
wie bei
P. colimensis,
eine Art Gespinst um die Winterknospe.
Aufgrund
der eher trockeneren Standortbedingungen, insbesondere in den Wintermonaten, ist
die Kultur in luftdurchläßigem Substrat von Vorteil. In den Monaten
von Oktober bis April sollten die Pflanzen nur selten etwas gewässert werden.
Eine gute Luftzirkulation der Pflanzen verringert das Risiko von Fäulnis
der Blattrosette.
Pinguicula elizabethiae
Zamudio (1999)