Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Alphonse De Candolle diese Art beschrieben. Obwohl P. oblongiloba in mehreren mexikanischen Bundesstaaten gefunden wurde (Durango, Jalisco, Guerrero, Michoacan, Mexico und Oaxaca) war diese Art doch sehr selten in Sammlungen zu finden. P. oblongiloba wächst auf Felsen in Kiefernwäldern oder an schattigen Stellen an Hängen in Eichen-Kiefernmischwäldern unter Gras in Höhen zwischen 1700 und 2500 m.ü.M. Die Art wächst vorzugsweise in lehmigem Substrat aus verwittertem Eruptivgestein.

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Bis zum Beginn der Regenzeit Mitte bis Ende Mai wachsen die Pflanzen in ihrer typisch zwiebelförmigen Winterrosette einige Zentimeter im Boden vergraben, wobei die Rosette aus an die hundert Einzelblätter bis zu 2 cm langen, aber nur etwa 3 bis 5 mm breiten Blättern besteht. Die äußeren vertrockneten Blätter bilden eine Art Schutzummantelung um die grünen, teils auch rötlichen, lanzettförmigen Winterblätter. Die Sommerrosette hingegen besteht aus nur etwa 4 bis 6 langgestielten, verkehrt-eiförmigen Blättern. Die Blattstiele sind mit 2 bis 3 mm langen weißen Härchen besetzt. Die Blattspreite kann je nach Standort eine Breite von 2,5 cm und eine Länge von 4 cm errreichen.
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Die Blütezeit erstreckt sich von Ende Mai bis in den Juli hinein, wobei oft bis zu 3 Blüten ausgebildet werden. Der bis zu 15 cm lange Blütenstiel ist dicht mit Drüsenhaaren besetzt. Die Blütenkorolle ist zweilippig und die Blütenfarbe reicht von violett zu lila. Die beiden Lappen der Oberlippe sind oft leicht zum Blütenstiel hin gebogen. Typisch für P. oblongiloba ist auch der weiße, dann in gelb-grün übergehende Kragen auf der Unterlippe zum Schlundeingang hin. Der rotbräunliche, bis zu 2,5 cm lange Sporn hat eine zylindrische Form und ist meist nach oben gebogen und nur spärlich mit Drüsenhaaren besetzt.

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Bisher wurden kaum echte P. oblongiloba in Sammlungen kultiviert, meistens handelte es sich nur um P. moranensis. Allerdings ist die richtige P. oblongiloba kaum mit einer P. moranensis zu verwechseln. Von November bis Mai herrscht am Naturstandort Trockenzeit, daher sollte in Kultur diese Art während dieser Periode auch trocken bis leicht feucht kultivert werden. In den Sommermonaten sollte man darauf achten, dass die Pflanzen nicht permanenter Staunässe ausgesetzt sind, da dies zum Faulen der Wurzeln führt. Daher eignet sich auch nicht unbedingt das Anstauverfahren als Kulturmaßnahme. Regelmäßiges Gießen auf das Substrat scheint die geeignetere Methode zu sein. Bei erzwungener Selbstbestäubung (oder durch Insekten) bilden die Pflanzen auch Samen aus.

Pinguicula oblongiloba De Candolle (1844)