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Oliver Gluchs
Welt der Fleischfressenden Pflanzen
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Darlingtonia californica (Kobralilie)




Im Westen der Vereinigten Staaten (Küstengebirge des nördlichen Kaliforniens und des südlichen Oregons) kommt eine ganz eigentümliche Schlauchpflanze vor, die zu deutsch die Bezeichnung "Kobralilie" trägt. Der Name rührt von den zungenartigen Auswüchsen an der Schlauchöffnung her, die an die Zunge einer Schlange erinnert. Der ganze Schlauch läßt auf den ersten Blick das Aussehen einer aufrechten Kobra vermuten. D. californica ist die einzige Art der Gattung Darlingtonia.



Darlingtonia californica Kolonie

Kolonie von Darlingtonia californica, Del Norte County, Kalifornien.



Die Pflanzen wachsen vornehmlich in nährstoffarmen (insbesondere stickstoffarme) Böden. Man findet Pflanzen an Stellen, die in durch kühles, fließendes Wasser dauerhaft feucht gehalten werden, an mehr moorigeren Stellen am Rand von stehendem Wasser oder auch auf Felsgestein, die etwas Humusauflage aufweisen. Die Art kommt insbesondere auf Serpentingestein vor, dass wegen des hohen Nickelanteils für viele andere Pflanzen toxisch ist. Bisher wurden Populationen zwischen Meereshöhe und 2500 m ü.M. gefunden. Oft findet man zusammen mit D. californica noch weitere Karnivoren wie Pinguicula macroceras ssp. nortensis, Drosera capillaris oder Drosera rotundifolia.  


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Junge, grüne, aufrechte Schläuche adulter Pflanzen im Frühjahr.




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Jungpflanzen mit juvenilen Schläuchen sowie am Boden flach anliegende Schläuche.
Bei direkter Sonneneinstrahlung können sich die Schläuche komplett dunkelrot färben.





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Schlauch mit Haube und der typischen "Zunge" an der Schlauchöffnung.




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Öffnung eines Schlauches aus Sicht eines anfliegenden Insekts.


Die Pflanzen überwintern die kalten Wintermonate mittels eines Rhizoms im Boden. Erst im Frühjahr treiben die Pflanzen wieder aus und bilden die typischen Schläuche. Bei ausgewachsenen Pflanzen können diese bis 1 m lang werden. Am Ende des Schlauches befindet sich eine Haube, die nach unten geöffnet ist, an der sich zungenartige Auswüchse anschließen, die mit Nektardrüsen versehen sind und Insekten anlocken. Die weißen, teils durchsichtigen Flächen in der Haube signaliseren dem Insekt fälschlicherweise einen Ausgang, aber so lockt die Pflanze die Insekten in das Schlauchinnere. Die nach unten gerichteten Haare auf der Innenseite des Schlauchen führen die Insekten immer tiefer in den Schlauch, bis sie dann in die Verdauungsflüßigkeit fallen und dort "verwertet" werden. Die Schläuche können je nach Sonneneinstrahlung grün bis rotbraun gefärbt sein. Über Winter sterben viele Schläuche ab, so dass am Anfang des Frühjahrs die Pflanzen oft nur aus braunen, vertrockneten Schläuchen bestehen, bevor dann wieder neue Schläuche gebildet werden.

Außer über Samen vermehrt sich die Art auch vegetativ durch Ausläufer, die im Sommer aus dem Rhizom austreiben und am Ende des Ausläufers neue Pflanzen ausbilden.



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Blüte von D. californica mit grünen Sepalen und rotbraunen Petalen.




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Vertrocknete Samenkapsel.




Bei der Kultur dieser Art ist es wichtig, dass in den heißen Sommermonaten der Wurzelbereich des öfteren mit kühlem Regenwasser umspült wird, da die Pflanzen sonst absterben können. Auch die Kultur in Anstauverfahren, bei dem die Wurzeln für längere Zeit in Wasser stehen, kann zum Absterben der Wurzeln und dann auch der Pflanzen führen (sichtbar durch Vertrocknen der Schläuche).