P. agnata

Oliver Gluchs
Welt der Fleischfressenden Pflanzen
oder:

"Was Sie schon immer einmal über Fettkraut wissen wollten"

  Impressum

P. filifolia
Home Vorkommen Beutetiere Arten Pflanzenkauf Andere Karnivoren Infos über Karnivoren über mich

Pinguicula acuminata Bentham (1839)





Bereits 1839 wurde diese Art von George Bentham in seiner Abhandlung "Plantas Hartwegianas" anhand von Pflanzen aus der Umgebung von Chico (Gebirge nördlich von Pachuca, was zum Teil den heutigen El Chico-Nationalpark umfasst) im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo beschrieben. Die Art schien lange Zeit verschollen (da auch der Herbarbeleg des Typusmaterials nicht mehr existiert), wurde dann aber in den 1990er Jahren von Hans Luhrs an mehreren Stellen des El Chico Gebirges wiederentdeckt. P. acuminata kommt außer in der Sierra de Pachuca auch noch in den Bundesstaaten Querétaro und Michoacán vor. Die Art wächst schattig in lehmigen Böden meist an Hängen oder vertikalen Abbruchkanten in Eichen und Tannenwäldern in einer Höhe von 2400 bis 2800 m ü. M. Der Name der Art leitet sich ab vom Lateinischen "acumen" (= spitz), und bezieht sich auf die spitz zulaufenden Sommerblätter.




P. acuminata gehört zum tropisch-heterophyllen Wuchstyp. Im Winter bilden die Pflanzen eine Winterrosette, die aus bis zu 35 Blättern bestehen kann und mehrere Zentimeter tief im Boden wächst. P. acuminata ist nahe mit P. heterophylla und P. parvifolia verwandt. Alle diese Arten zeichnen sich durch eine zwiebelförmige Winterrosette mit spitz zulaufenden Winterblättern aus. Die Winterblätter von P. acuminata können bis zu 1,5 cm lang und 0,5 cm breit sein. Die Winterrosette befindet sich mehrere Zentimeter tief im Boden vergraben und ist von außen nur durch ein Loch im Boden erkennbar, teilweise können auch noch alte Sommerblätter um das Loch vorhanden sein. Die Winterblätter sind nicht karnivor.




Die Sommerblätter sind langgestielt und die Blattspreite ist bei den meisten Pflanzen typisch herzförmig. Der Rand der Sommerblätter ist nach innen eingerollt. Die Sommerrosette besteht meistens aus drei bis vier aktiven Sommerblättern. Die Farbe der Sommerblätter variiert von dunkelgrün bis zu rötlich-lachsfarben. Die größten Blätter hatten eine Länge von 6 cm, in der Regel sind die Blätter aber eher 3-4 cm lang.


Bild vergrößernBild vergrößernBild vergrößern

Bild vergrößernBild vergrößernBild vergrößern

Bild vergrößern


P. acuminata blüht ausschließlich aus der Winterrosette, etwa von Februar bis April, manchmal auch noch in den Mai hinein. Es werden 1 bis 3 Blüten ausgebildet. Der Blütenstiel ist vollständig unbehaart, an der Basis rotbraun gefärbt und zur Blüte hin grünbraun und bis zu 7 cm lang. Die Kronblätter sind weiß und auf der Blattoberseite zur Kronröhre hin stark behaart.




P. acuminata hat keine spezifischen Ansprüche an das Substrat. Man sollte die Pflanzen im Winter recht trocken kultivieren, da die Winterrosette oft unter der Bodenoberfläche liegt und dort leicht faulen kann, es sollte aber darauf geachtet werden, dass beim Erscheinen der Blüten das Substrat etwas feuchter gehalten wird, denn sonst besteht die Gefahr, dass die Blüte vertrocknet. Kühle Temperaturen im Winter fördern die Ausbildung der Blüten. Im Sommer kann die Pflanze feucht und warm kultiviert werden.