P. agnata

Oliver Gluchs
Welt der Fleischfressenden Pflanzen
oder:

"Was Sie schon immer einmal über Fettkraut wissen wollten"

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P. filifolia
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Pinguicula albida Wright ex Grisebach (1866)




Im Westen Kubas in den  "sabanas arenosas" der Provinz Pinar del Río, im Norden und Centrum der "Isla de la Juventud" sowie an den trockeneren, nördlichen Hängen der Sierra de Cájalbana kommt eine endemische Fettkrautart vor, welche im Tiefland auf sandigen feuchten Böden in der Nähe von Lagunen im Schatten von Palmen oder auch auf feuchten Felsen in der Nähe von kleinen Wasserfällen wächst. Ob die Art ein- oder mehrjährig ist, muß noch geklärt werden, da schattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit entscheidend für die Lebensdauer der Pflanzen zu sein scheinen und bei ungünstigen Bedingungen die Pflanzen eingehen. An den Lagunenstandorten kommt auch die ebenfalls in Kuba endemische Art P. filifolia vor.




P. albida besitzt verkehrt-eirundliche hellgrüne Blätter, die bis zu 3,5 cm lang und und 2,5 cm breit werden können. Die Blätter sind sehr dünn und durchscheinend und reagieren in Kultur auf direkte Sonneneinstrahlung sehr empfindlich (Zellen scheinen abzusterben, wobei die Blätter dann bräunlich, aber stark durchscheinend wirken). Der Blattrand ist im äußeren Bereich leicht nach oben gekrümmt. Die Pflanzen können 1 bis 4 Blüten ausbilden, wobei die Blütenstiele bis zu 20 cm lang werden und nur spärlich mit Drüsenhaaren besetzt sind.


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Die Blüten werden zwischen 7 und 10 mm groß (inklusive Sporn). Die Blütenkorolle ist weiß gefärbt, es wurde aber auch von rosenrot-weißlichen Blüten berichtet. Die Form der Korolle ist subisolob, die Kronblätter können bis zu 1 cm lang werden und haben eine verkehrt-eirunde Form, wobei der Mittellappen der Unterlippe etwas etwas größer als die beiden seitlichen Lappen ist. Die Lappen der Oberlippe sind wiederum um etwa 1/4 kleiner als die der seitlichen Lappen der Unterlippe. Die Kronröhre ist zylindrisch und wird nach unten schmaler und typisch nach unten gekrümmt. Die Farbe ist am Schlundeingang gelblich, dann weiß mit braun-roter Längsaderung. Die Kronröhre ist außen nur wenig mit Drüsenhaaren besetzt. Das Innere der Kronröhre ist dicht mit weißwn Härchen besetzt. Der Sporn ist konisch, an der Spitze verdickt gerundet und gelb gefärbt. Bisher wurden am Naturstandort Pflanzen in Blüte zwischen Oktober bis Dezember gefunden.




Die Kultur dieser Art in Torf hat bisher gute Resultate ergeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen nicht niedriger als 15° C scheinen eine Bedingung für die erfolgreiche Kultur der Art zu sein. Unter den genannten Kulturbedingungen lassen sich die Pflanzen an einem hellen Standort (nicht in direkter Sonne) auch über mehrere Jahre kultivieren. Für einen erfolgreichen Samenansatz scheint in der Regel eine Fremdbefruchtung, bzw. eine erzwungene Selbstbestäubung der Narbe mittels Pinsel erforderlich zu sein.